http://www.freitag.de/alltag/1009-guardian-wein-verkostung-frankreich-komasaufen-alkoholpraeventionin dieser sache bin ich mir nach wie vor nicht sicher. allerdings glaube ich, dass
es im studentenalter deutlich zu spät ist für die erziehung zum verantwortungsvollen
genuss. sollte das wirklich eine gute idee sein, müsste es doch viel früher passieren.
für viele in der generation meiner großeltern war es völlig normal, uns kindern
hin und wieder alkohol zu geben. ich durfte schon mit sieben zu weihnachten
einen fingerhut eierlikör trinken oder manchmal am bier meines opas nippen.
als ich erfuhr, dass der großvater meines sohnes ihm das mit fünf erlaubt hat,
war ich gar nicht begeistert.
aus unsicherheit habe ich dieses thema immer ziemlich rigoros gehandhabt.
seinen 16. geburtstag wollte mein mittlerer sohn nicht feiern, weil ihm
peinlich war, dass es bei uns keinen alkohol geben sollte. tatsächlich scheinen
die meisten eltern ihren kindern so ab 14 alkohol zu erlauben oder trinken auch
mal ein bier mit ihnen. wenn man fragt, warum, hört man meistens: "besser zu hause
als woanders".
bei einem ältesten sohn ist das alles sehr gemäßigt abgelaufen. er ist mit 19, 20 ein paar mal
richtig betrunken heimgekommen, ansonsten trinkt er gelegentlich rotwein.
sein jüngerer bruder trinkt jetzt mit 17 ein oder zwei bier, wenn er ausgeht.
bestimmt ist bei beiden auch schon mehr gelaufen, ohne dass ich etwas mitbekommen hätte,
aber nennenswerte exzesse in beunruhigender zahl hat es ziemlich sicher nicht gegeben.
ich dagegen habe in meiner jugend so ziemlich gar nichts ausgelassen. ob das aber mit
der frühen erziehung zum sogenannten genuss zusammenhängt....?