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Umgang mit dem Tod von Haustieren
 
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Autor Thema: Umgang mit dem Tod von Haustieren  (Gelesen 3630 mal) Mister Wong Del.icio.us FaceBook Stumble Upon Google Bookmarks Technorati Yahoo My Web
ayu
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« : 03. Oktober 2013, 12:07:50 »

Ich schreib gerade an meiner Diplomarbeit für das Fach Volkskunde und Kulturanthropologie und brauche dabei eure Hilfe. 

Der Themenschwerpunkt ist der Umgang mit dem Tod von Haustieren.

Die Neandertaler, Ägypter, Römer, sowie das Mittelalter, die Aufklärung, das 19. und den Beginn des 20. Jh. habe ich schon abgehandelt. D.h. ich bin jetzt halbwegs in der Gegenwart gelandet und würde gerne von euch wissen, was ihr mit Haustieren, die ihr in der Vergangenheit gehabt habt, gemacht habt, beziehungsweise, was ihr mit Haustieren, die ihr aktuell habt, im Falle ihres Todes geplant habt: Eingraben (wenn ja wo? Im Garten, im Wald, im Park, auf einem Tierfriedhof?), beim Tierarzt lassen oder selbst zu einem Container der Tierkörperverwertung bringen, kremieren lassen, ausstopfen lassen? Was mich auch noch interessieren würde, ist, was der Grund für den jeweiligen Umgang war.

Vielleicht hat ja jemand Lust, mir was dazu zu schreiben - wenn's zu privat ist, auch über Mitteilungen.

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« Antwort #1 : 03. Oktober 2013, 22:04:54 »

das ist nicht das uninteressanteste thema! wobe ich da nichts aufregendes zu betragen kann. alle betroffenen die ich kenne haben ihre tiere eigentlich im garten oder wald selbst begraben.  meine eltern haben sich kurz nach der rente mal in sachen selbstständigkeit versucht. mein vater hatte mit druckvorlagen und solchen geschichten beruflich zutun. er kam dann auf die idee des einbrennens von fotos auf tassen und teller. später dann tierfotos auf so kleine schildchen, für den friedhof. dazu hatte er sich extra einen speziellen brennofen zugelegt. weiß garnicht mehr genau wie das funktionierte. irgendwie schon vom foto auf den computer und dann auf das schild. hat sich aber nicht rentiert die sache. war zu teuer und aufwändig in der herstellung.
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« Antwort #2 : 04. Oktober 2013, 09:19:21 »


Bei uns wird grundsätzlich begraben. Die Tiere mit Namen auf der schöneren Seite des Gartens, dort wurden eine zeitlang regelrecht auch Gräber gepflegt, wie für die Katzen und Mehrschweinchen, die doch langjährige Begleiter waren. Sie wurden in Tüchern eingewickelt bestattet.

Die Tiere ohne Namen, überfahrene Igel, Mäuse und Vögel, die unsere Katzen auf dem Gewissen  hatten, oder Vögel, die an die Scheibe geflogen waren wurden auf der anderen Seite des Gartens begraben, allerdings ohne weiteres Zubehör und ohne Grabpflege. Da gab es so ein Zwischenstück zwischen Haus und Himbeeren am Zaun auf dem nichts so richtig wuchs.
Im neuen Haus haben wir noch keine richtige Festlegung – wahrscheinlich weil noch keine Tiere mit Namen verstorben und die Kinder erwachsen sind. Im Frühjahr hab ich mit meinem Enkel einen Platz für einen jungen Vogel gesucht, der tot vor der Terrassentüre lag. (ich weiß aber nicht mehr wo) die ermordeten Mäuse grab ich seitlich des großen Kompostes ein weil die Erde dort sehr weich ist.
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« Antwort #3 : 04. Oktober 2013, 11:05:19 »

@Wolfram:
Vielen Dank für die Info, damit fange ich wirklich etwas an. Du kommst als Gewährsmann und Interviewpartner mit in meine Diplomarbeit.

Kannst Du mir noch nähere Umstände schildern, wie: "Wie viele Tiere und welche begraben wurden, warum begraben wurde, wie das Begräbnis ablief (gab es eine Zeremonie, haben die Kinder Zeichnungen angefertigt, ein paar Worte gesagt oder Zeichnungen, Leckerlis oder Spielzeug mit ins Grab gegeben). Wurden die Gräber durch Kreuze, Steine oder dergleichen kenntlich gemacht? Und, wie schaute die Grabpflege aus?
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ayu
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« Antwort #4 : 04. Oktober 2013, 11:06:09 »

@Heizer:
Kannst Du mir vielleicht noch nähere Umstände schildern?
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« Antwort #5 : 04. Oktober 2013, 12:46:14 »

von der schildermacherei? da müßte ich mal meine eltern fragen...seh ich demnächst...wie lange hat man zeit?
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albertine
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« Antwort #6 : 04. Oktober 2013, 16:15:34 »

ich bin in einem haushalt mit sehr vielen tieren aufgewachsen.
mehrere katzen, ein hund, papagei, schildkröten und diverses
kleingetier, das meine schwester und ich hielten, sie hatte hamster,
hasen, meerschweine,ich bevorzugte mäuse. bei dieser fülle gab es
andauernd geburten und gestorben wurde auch häufig. ich weiß gar
nicht, wie das die erwachsenen machten, zwei unserer hunde waren
gestorben und auch schon weg, als ich von der schule kam. starb ein
tier unter kinderaufsicht, übernahmen wir auch die beerdigung.
mein opa hatte eine gartenecke als friedhof ausgewiesen, da durften wir
graben.
die tiere kamen in üppig verzierte schachteln, die mit stoffresten ausgelegt
wurden und die zeremonie wurde zusammen mit allen kindern aus der straße
begangen. ich als die älteste war die priesterin und trug ein entsprechendes
gewand, das war ein ausgemusterter, metallig-grün schimmernder
regenmantel meiner mutter.
hinter mir lief meine schwester mit kindergitarre und dann kam der Trauerzug mit
allen, die gerade da waren.
wir sangen ausgedachte, traurige lieder und ich las etwas aus einem gedichtbuch
aus unserem wohnzimmerschrank. kreuze haben wir auch gebastelt, aber die waren
immer schnell verschwunden, mein opa sagte, das käme vom wind...
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« Antwort #7 : 07. Oktober 2013, 08:44:29 »


Ich musste noch mal drüber nachdenken um Deine weitergehenden Fragen zu beantworten, was sich bisher so einfach gesagt hat und grundsätzlich auch richtig ist, ist natürlich einen Aussage über einenZeitraum von rund 20 Jahren, die sicherlich nicht einheitlich im Ausdruck und den „Verfahren“ war.
Felix unser schwarzer Kater, der auch die Kreisstraße nicht besonders ernst nahm, hat das mit dem Leben bezahlt. Ich weiß nicht mehr genau, ob es aus vorauseilendem Gehorsam gegenüber der dämlichen Vorstellung, man dürfe keine Tiere im eigenen Garten begraben oder um den Kindern die konkrete Erfahrung des Todes zu ersparen – ich hab ihn in der Nähe im Wald begraben. Das hat mir aber im Nachhinein immer Leid getan. Eine Zeremonie gab es nicht ich hab ihm nur gesagt dass er uns fehlt und dass seine Aktion völlig unnötig war.

Bei der zweiten schwarze Katze waren die Umstände ihres Todes besonders belastend. Sie war dick geworden und konnte nicht mehr auf die Eckbank hochspringen. Wir vermuteten sie sei schwanger. Als wir zum Arzt mit Ihr gingen erfuhren wir, dass sie diese elende Katzenseuche hatte. Der Arzt in der Tierklinik sagt uns, dass er sie uns nur mitgeben würde, wenn wir versprechen wieder zu kommen um sie einschläfern zu lassen, weil sie elend ersticken müsse. Wir hatten sie dann noch ein Wochenende zu hause und ich bin dann mit den Kindern in die Tierklinik gefahren. Wir waren bei Ihr und haben sie gestreichelt. Zuhause saßen wir dann noch etwas mit Ihr auf der Terasse und haben dann miteinander ein Grab beim Kirschbaum gerichtet. Ich hab sie in älteres Handtuch eingewickelt, aber nicht im Sinne einer Beigabe, sondern nur damit sie nicht „im Dreck“ liegt. Es war eine sehr traurige Angelegenheit. Eine Zeremonie im eigentlichen Sinn war es nicht. Wir haben uns verabschiedet. Den Platz haben wir mit gleichmäßigen Kieselsteinen umrandet und eine Blume dort gepflanzt. Manchmal haben die Kinder am Anfang Blumen hingelegt. Das lässt dann bald nach. Im nächsten Frühjahr hab ich das alte Laub zusammengefegt und die Steine wieder ungefähr so gelegt wie wohl das Grab gewesen sein musste. Meine Frau bracht eine neue Pflanze mit die wir dort gesetzt haben. Aber lange ging das nicht. Später hatten wir den Zaun aufgemacht und gemeinsam mit den Nachbarn so einen Aufstellpool auf die Grundstücksgrenze gestellt unter dem das Grab verschwand.

Bei der Tigerkatze weiß ich nicht mehr wie und wann sie gestorben ist und kann mich auch an das Begräbnis nicht erinnern.
Weitere Begräbnisse von Tieren mit Namen gab es für zwei Mehrschweinchen und für zwei Zwerghamster und einen Goldhamster. Sie wurden in (Papier-) Küchenrolle eingewickelt. Saschas Begräbnis hab ich alleine gemacht. Nachdem er am Samstagabend gestorben war hatten die Kinder im Käfig liegen lassen. Und ich hab den unwürdigen Zustand dann beendet. Wieder mit Steinumrandungen. Es wurde Herbst und es wurde Frühling. Ich hab mir die Lage ungefähr gemerkt, weil ich bei vielleicht künftigen Begräbnissen keine alten Gräber stören wollte.
Zeremonien oder Beigaben gab es nicht. Kreuze eigentlich auch nicht.

Grabpflege ist schwer zu sagen. Da ich der Friedhofsgärtner in der Familie bin, erscheint mir der Rest der Familie da häufig etwas nachlässig.     
 Grinsend
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« Antwort #8 : 07. Oktober 2013, 11:15:31 »

von der schildermacherei? da müßte ich mal meine eltern fragen...seh ich demnächst...wie lange hat man zeit?

Schon noch einige Wochen. So schnell geht das ja mit dem Fertigwerden der Arbeit nicht. Ich muss auch noch einen Tierfriedhof besuchen (2 von den 3en, die es bei uns gibt, habe ich schon) und noch einige Interviews mit Tierärzten und Tierfriedhofbetreibern führen.
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« Antwort #9 : 07. Oktober 2013, 11:18:02 »

@Albertine:
Vielen Dank für die herrliche Geschichte, die natürlich auch mit hinein in die Arbeit muss, zeigt sie doch, wie unkompliziert Kinder mit dem Tod umgehen können, so man sie denn läßt.

@Wolfram:
Danke für die genaue Schilderung. Das hilft mir enorm Lachen
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« Antwort #10 : 05. Dezember 2013, 23:21:30 »

und? gehts voran mit der arbeit? bei mir war das als kind ganz ähnlich wie bei albertine (nur dass ich keine mäuse hatte und ganz so ausgefeilt war das ritual nicht),
aber ich weiß echt nicht, was ich heute machen würde, wenn unsere kater sterben würden.
und da sie einen lebensgefährlichen virus haben (leukose), werden sie wohl nicht so lange leben.
da werd ich mich also irgendwann mal mit auseinandersetzen müssen, wie wir das machen.
aber derzeit gehts ihnen prima.
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« Antwort #11 : 06. Dezember 2013, 10:33:12 »

und? gehts voran mit der arbeit?

Stagniert grad mal wieder ein wenig. Das passiert mir immer wieder, weil ich ja auch noch ganztägig arbeite.

Insgesamt sind diese Zwangspausen oftmals aber gar nicht mal so schlecht, da sie auch Nachdenkpausen sind.

Ich glaube, ich stelle mal wieder ein neues Konzept auf - das 4. inzwischen - und schreib mal wieder ein wenig von dem, was ich schon habe, um.
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« Antwort #12 : 06. Dezember 2013, 21:45:13 »

 Freundlich klingt nach klassischer never ending story.
merke: ein text ist nie fertig. du kannst ihn immer nochmal umschreiben, einen anderen fokus einbringen etc...
aber das weißte ja selbst. hast du einen guten betreuer/betreuerin? und ein kolloquium, bei dem du regelmäßig deine ergebnisse und fragen vorstellst?
das ist alles nur in grenzen hilfreich, aber manchmal die einzige form des feedbacks.
mir haben allerdings privat organisierte arbeitsgruppen am meisten geholfen.
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« Antwort #13 : 07. Februar 2014, 12:25:16 »

hast du einen guten betreuer/betreuerin? und ein kolloquium, bei dem du regelmäßig deine ergebnisse und fragen vorstellst?
das ist alles nur in grenzen hilfreich, aber manchmal die einzige form des feedbacks.

Das mit dem guten Betreuer ist eines meiner Hauptprobleme!

Mein ursprünglicher Betreuer hat nach institutsinternen Querelen in einem Anfall von Wut alle Betreuungen - inklusive meiner - geschmissen. (Naja nicht alle, die einer Kollegin - sie ist jung, hübsch, leicht hilflos und hat ihn angebetet - hat er, wie ich hintenherum erfahren habe, weiter geführt.) Mein neuer Betreuer hat natürlich ganz andere Vorstellungen davon, wie man an das Thema herangehen sollte. Jetzt sitz ich da, mit einer Arbeit, die schon über 180 Seiten hat und Dingen, die der alte Betreuer hineinurgiert hat und die dem neuen nicht so richtig gefallen. Da geht dann die Motivation natürlich flöten.

Ich muss aber trotzdem dazuschauen, dass ich fertig werde, da das Studium mit dem kommenden Semester ausläuft und ich sonst auf den neuen Studienplan umsteigen müsste, wobei mir dann aber einiges an Pflichtlehrveranstaltungen fehlen würde. Daher habe ich mir fix vorgenommen, die noch fehlenden 5 Interviews jetzt in den Semesterferien über die Bühne zu bringen - unter dem Semester komme ich ja kaum zu so was, da ich selbst unterrichten muss.
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« Antwort #14 : 12. September 2016, 15:06:33 »

In meiner Trauergruppe gab es eine Frau, die am Anfang bei der Vorstellungsrunde nicht richtig damit rausrückte,
wer ihr Verstorbener ist. Sie sagte, es ginge um ihre Seelenverwandte, um die sie erst ein Jahr zusammen mit ihrem
Ehemann getrauert habe, der nun aber drüber weg sei und das auch von ihr erwarte.
Schließlich gab unsere Gruppenleiterin in der zweiten Stunde bekannt, was sie auch erst am
Ende der ersten erfahren hatte, dass es sich nämlich um die Katze dieser Frau handle und wir wurden gefragt,
ob es für uns okay sei, wenn sie in der Gruppe bliebe.
Natürlich haben alle ja gesagt, die Frau war ja auch da.

Dann habe ich mir das zu Hause überlegt und der Gruppenleiterin eine Mail geschrieben, in der ich darlegte,
warum das für mich doch nicht in Ordnung sei. Ich konnte mir überhaupt nicht mehr vorstellen, etwas von der
raren, kostbaren Gruppenzeit dafür zu verwenden, dass ich dieser Frau zuhöre, die ihren Mann noch hat.

Meine Intervention wurde dann auch ziemlich zügig damit beantwortet, dass man der Frau gesagt habe, dass
es nicht klappt mit der Gruppe und ihr wohl Adressen für Tiertrauer gegeben wurden.
Heute fiel mir diese Frau wieder ein und ich finde sie immer noch abscheulich, obwohl ich in meinem Leben
auch schon hart um Tiere getrauert habe.

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"bananarama"
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